Mittwoch, 13. August 2014

Meine erste Ayahuasca-Erfahrung


Ich werde im Folgenden von meiner ganz persönlichen ersten Erfahrung mit dem „Zaubertrank“ Ayahuasca berichten. Die Wirkung und Erfahrung von Ayahuasca ist bei jedem Menschen und von Mal zu Mal sehr unterschiedlich. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und keine Erfahrung wird wohl je einer anderen eins zu eins gleichen. Gemeinsam ist den Erfahrungen jedoch das unglaubliche Potenzial, das sie in sich bergen. Genau aus diesem Grunde möchte ich meine Erfahrung teilen und jene inspirieren, die sich von diesem Thema angesprochen fühlen. 

Ayahuasca ist kein Zuckerschlecken und jeder macht Höhen und Tiefen durch, wobei die Tiefen genauso schrecklich sein können wie die Höhen wunderbar. Ich bereue es trotz schwieriger Momente nicht, zumal ich gewiss bin, dass die Tiefen nur dazu dienen, uns die Dinge zu zeigen, die wir jetzt heilen und loslassen dürfen.


Ayahuasca ist ein Gebräu aus verschiedenen Pflanzen des Amazonas-Dschungels, das seit Jahrtausenden von den Einwohnern Südamerikas im Rahmen ritueller Zeremonien eingenommen wird. Seit einigen Jahren strömen immer mehr Menschen aus dem „Westen“ in die Amazonas-Region, um an schamanischen Ayahuasca-Zeremonien teilzunehmen. Die Beweggründe sind sehr unterschiedlich und reichen von der Heilung psychischer und physischer Erkrankungen über die Sehnsucht nach spiritueller Erfahrung und Reisen in andere Dimensionen des Universums bis hin zum Wunsch, Ahnen und Verstorbenen im Jenseits zu begegnen. Das Gebräu ist  in allererster Linie als pflanzliches Heilmittel oder als heilige Medizin zu begreifen.

Ayahuasca ist ausschließlich in Betreuung und unter Anleitung eines erfahrenen Schamanen einzunehmen, der die Kontraindikationen kennt und mögliche Gefahren abzuwenden weiß. Das soll jedoch nicht bedrohlich klingen. Richtig angewandt und eingesetzt, wird Ayahuasca dir helfen dich selbst zu heilen und dir helfen, wobei auch immer du Hilfe benötigst, insofern dein Begehren aus deinem Herzen kommt; und es besteht keine Gefahr, außer der, dass dein Leben sich positiv verändern wird.

Februar 2014, Lima, Peru

Vor meiner Reise nach Peru hatte ich noch nicht allzu viel von Ayahuasca gehört, ich bin also nicht deswegen nach Peru gekommen, sondern eher durch „Zufall“ - bzw. göttliche Fügung - dazu gekommen. Zwei gute Freunde von mir, Catherine und Denis, hatten bereits kurz zuvor Erfahrung damit gemacht und mir manches darüber erzählt. Ich war gespannt und neugierig darauf, es auch einmal auszuprobieren, hatte mir aber keinen festen Termin dafür überlegt. Ich wohnte ohnehin in Lima und nahm es mir vor,  für wenn ich einmal nach Cuzco reisen würde. Wie der „Zufall“ es wollte, kam dann einer der Schamanen aus dem Cuzco nach Lima, um eine Zeremonie dort abzuhalten. Ich hatte wenige Tage vorher von Catherine davon erfahren und entschloss mich spontan dazu, mitzumachen.

Setting

Die Zeremonie fand in einem Yoga-Studio in Lima, Miraflores, statt, wo normalerweise Kundalini-Yoga unterrichtet und Rohkost zubereitet wird. Ich kannte die dortigen Räumlichkeiten dank meiner Freunde und fühlte mich somit nicht ganz fremd dort. Der Schamane hieß Alonso del Rio. Er wirkte auf mich mit seiner schmächtigen Statur und seinen zarten Gesichtszügen zunächst überraschend unauffällig und unscheinbar. Er war sehr still und hielt sich im Hintergrund. Ich hatte wohl unbewusst mit einem stolzbrüstigen Indianerhäuptling gerechnet, fand seine Art aber gleich sehr sympathisch und vertrauenseinflöβend.

Wir waren ca. 20-25 Personen. Jeder nutze die Zeit vor Beginn der Zeremonie, um sich ein Plätzchen an der Wand zu suchen und es sich dort gemütlich zu machen. (Zu Beginn überraschte mich auch ein wenig, wie „normal“ die anderen Teilnehmer waren. Ich hatte wohl unbewusst mit einem New-Age-Hippie-mäßigen Publikum gerechnet, aber es waren ganz normale, unscheinbare Leute, die meisten davon Peruaner. Denis, ich und eine junge Frau  aus München (Verena) waren die einzigen „Gringos“. Ein paar Tipps zum "Gemütlichmachen": Es ist immer gut, wenn man ein Kissen, eine Matte, eine Decke und dicke Socken dabei hat (zwischendurch kann es sein, dass einem erst ganz kalt wird, dann plötzlich wieder warm etc.), zudem sollte man eine Flasche Wasser in Reichweite haben und den Weg zur Toilette gut kennen. Der Abstand zwischen den Teilnehmern sollte etwa eine Armeslänge betragen, sodass jeder ungestört in seine Welt eintauchen kann. Denis saß links neben mir. Rechts von mir saß der Schamane mit seiner Gitarre und einer Assistentin, Carmela. Verena saß mir gegenüber. Wir hatten vor der Zeremonie kurz Bekanntschaft gemacht.
Die Wartezeit vor der Zeremonie wurde mir etwas lang, deshalb ging ich vor die Tür und unterhielt mich ein wenig. Als ich wieder rein kam, hatte der Schamane bereits mit der einführenden Rede angefangen. Wie sich später herausstellte, verpasste ich ausgerechnet die Information, dass niemand Angst haben müsse zu sterben und dass noch nie jemand von Ayahuasca gestorben sei. Wenige Stunden später hätte mir diese Information genützt, aber dazu im Folgenden mehr.

Die Teilnehmer kamen dann nach und nach nach vorne und holten sich ihre Portion ab. Die Menge entspricht in etwa einem Schnapsgläschen und es schmeckte einfach nur scheußlich. Da die Runde rechts vom Schamanen begann, war ich eine der Letzten, die ihre Portion bekamen. Dann wurde es dunkel (es war abends) und der Schamane begann, Gitarre zu spielen und zu singen.


Meine Erfahrung

Ich muss vorweg sagen, dass ich mich auf Verstandesebene bereits wenige Tagen oder Stunden später an vieles nicht mehr richtig erinnern konnte. Ich denke, es liegt daran, dass wir manche Dinge, die man auf Ayahuasca erlebt, ganz einfach mit unserem menschlichen Verstand nicht begreifen oder festhalten kann, sie lassen sich auch mit Worten nicht beschreiben, Worte können nur andeuten, was wirklich erlebt wurde. Ich will dennoch versuchen noch einmal in meine Erinnerung einzutauchen und sie schriftlich festzuhalten, sowie die Notizen zur Hand nehmen, die ich mir unmittelbar danach gemacht habe, weil ich finde, dass diese Erfahrung einfach zu wundervoll und zu bedeutsam ist, um sie für mich zu behalten. 

Die wahre und wichtigste Erinnerung liegt allerdings in meinem Herzen und in dem Wissen um die Wirklichkeit meiner Erlebnisse und Erkenntnisse.

Ich werde versuchen, eine Gliederung reinzubringen, wobei zeitliche Aufeinanderfolge kaum eine Rolle spielt und in meiner Erinnerung sich vieles überlagert. Zeit verliert ihre Bedeutung, wenn man „in“ Ayahuasca ist.

Himmelreich und Todesangst

Wie gesagt, das Zeitgefühl verflüchtigt sich, doch ich weiß noch, dass ich etwa die erste halbe Stunde lang das Gefühl hatte, es wirke nicht richtig bei mir. Ich war enttäuscht, denn ich fühlte nichts außer Übelkeit und einem berauschten Gefühl ähnlich wie nach dem Konsum von Marihuana. Ich seufzte innerlich und schwor mir, nie wieder so etwas Bescheuertes mitzumachen und stellte mich auf 8 Stunden Übelkeit und Karrussellfahren ein. Ich fing an, mich innerlich gegen alles zu wehren, fühlte mich vom Gitarrenspiel geradezu gestört und fing sogar an, negativ darüber zu urteilen. 

Dann plötzlich änderte sich alles und das Gitarrenspiel kam mir mit einem mal vor wie Engelsgesang und ich spürte wie eine warme Woge des Glücks in mich hineinströmte. Gleichzeitig sah ich unbeschreiblich schöne und unendlich viele sich bewegende Formen, Muster und Farben, die ein Fest feierten. Ich „sah“ ist ein sehr beschränkter und eigentlich unzutreffender Ausdruck, aber es scheint in unserer Sprache keinen passenderen dafür zu geben. Ich hatte mir vorher vorgestellt, ich würde quasi wie beim Fernsehen einfach Bilder in meinem Kopf beobachten und könnte mich dabei einfach entspannen. Doch so war es nicht…  Ich war irgendwie dort und ein Teil des ganzes Schauspiels. Ich bemerkte, wie die Musik die „Welt“, in der ich mich (bzw. mein Geist sich) befand, veränderte, ja bestimmte. Verschiedene Klänge erzeugten verschiedene Formen, Farben und Gebilde. Ich habe zum ersten Mal auf einer höheren Ebene verstanden (oder angefangen zu verstehen), was Musik überhaupt ist.  

Die Musik, die ich an diesem Abend hörte, war mit weitem Abstand das Schönste und Heiligste, was ich je in meinem Leben vernommen habe. Ich hörte, wie nicht nur der Schamane, sondern auch mehrere Frauenstimmen sangen. Ich konnte nicht beurteilen, ob es tatsächlich in diesem Raum so stattfand, oder nur in der Welt, in der ich war. Zudem war mein Hörvermögen immens verbessert, ich hörte die Klänge so klar, präzise und volltönig wie nie zuvor und zudem konnte ich nicht mehr einschätzen, welche Entfernung zwischen mir und dem Gehörten lag. Ein Geräusch von der anderen Seite des Raumes klang als sei es direkt neben meinem Ohr. Die Musik trieb mich immer weiter weg von meinem physischen Körper und hin in die Unendlichkeit des Universums.

Es wurde dann ein Lied gespielt, „todo es mi familia“ und ich „sah“ im inneren Auge wie alle Singenden tanzten und feierten und irgendwie nach mir riefen. Ich sollte zu ihnen nach oben kommen. Ich schätze, es bedeutete, ich solle mich ganz von meinem physischen Körper lösen und in die „andere“ Welt hinaufsteigen. Ich spürte eine starke Energie rechts von meinem Kopf, als wolle sie sich aus mir herausziehen. Doch etwas hielt mich zurück, ganz aus meinem Körper auszutreten. Ich hatte Angst, nicht mehr in ihn zurückkommen zu können. Ich dachte ernsthaft, dass dies mein „Tod“ wäre, dass ich, dass wir alle hierhergekommen waren, um durch dieses Ritual unsere physischen Körper hinter uns zu lassen und ins Himmelreich aufzusteigen. Ich dachte, dass alle, die zu dieser Zeremonie gekommen waren, sterben würden. Ich fragte mich, warum Denis mir nichts davon gesagt hatte. Ich dachte, wie schlimm es wäre, wenn sie mich, meinen Körper, tot vorfinden würden. Ich fühlte mich nicht dazu bereit, zu sterben. Der Liedtext „alles ist meine Familie“ jagte mir ebenfalls Angst ein, weil ich meinte, ich müsste mein gesamtes Leben auf Erden, und vor allem meine Familie, loslassen. Ich war seit einigen Monaten in Peru gewesen und vermisste meine Familie in Deutschland sehr. Ich konnte einfach nicht gehen, nicht jetzt, ich musste wieder zurück ins „normale Leben“. Dieser Gedanke (ich rede hier immer von „denken“, aber es war kein sprachliches Denken) begleitete mich durch die restliche Zeremonie, diese Angst, nicht mehr zurück zu können und der Wunsch, ins normale Leben, in meinen gewohnten Körper zurückzukönnen.

Jetzt weiß ich, dass es so etwas wie den (endgültigen) Tod gar nicht gibt. Wir sind unsterbliche spirituelle Lichtwesen, die vorübergehend in dieser physischen, materiellen Welt leben, um Erfahrungen zu machen und uns weiterzuentwickeln. Alles, was in dieser Welt von Bedeutung ist, wie Liebe und wahre, spirituelle Verbindungen, geht auch mit dem Tod nicht verloren.
Von nun an kann ich nicht mehr chronologisch vorgehen, sondern werde einfach verschiedene Momente und Einsichten gesondert aufgreifen.


Schmerz + Liebe = Glück

Die Lieder, die gespielt wurden, beeinflussten und lenkten meine Erfahrung maßgeblich. Bei einem bestimmten Lied erlebte ich, dass Schmerz und Liebe eins sind. Ich glaube, es war ein „trauriges“ Lied und einerseits weinte ich heftig und durchlebte den schlimmsten seelischen Schmerz, den ich aus meinem Leben kannte: das Gefühl, einsam, verlassen und ungeliebt zu sein. Ich hatte es früher, auch und gerade als Erwachsene, oft wieder und wieder durchlebt und jetzt kam es alles raus, mit voller Wucht. Ich spürte wie die Tränen wie Sturzbäche an meinen Wangen hinunterliefen und wie mein Körper vor Heftigkeit schluchzte und bebte. Gleichzeitig war jedoch die Liebe da. Und ich empfand Glück ebenso heftig wie Schmerz. Ich lächelte und lachte sogar. Es ist mit unserem logischen Verstand nicht zu begreifen, aber genau so war es. Ich erkannte: Wo Liebe ist, muss Schmerz nicht wehtun. Der Schmerz war da, in aller Heftigkeit, doch tat er irgendwie nicht weh, weil die Liebe da war, und die Liebe wandelte den Schmerz in ebenso heftiges Glück um. Ich glaube, in dieser Erkenntnis liegt ein wichtiger Schlüssel unseres Menschseins hier auf Erden. Wir können und sollen Schmerz akzeptieren, annehmen und da sein lassen, doch mit Liebe können wir ihn auflösen, ihn LOSLASSEN und sogar in Glück umwandeln. Ich glaube, darin liegt die wahre Selbstliebe. Diese Erfahrung war unbeschreiblich befreiend.

Jetzt, ca. 6 Monate später, kann ich sagen, dass ich damals ein Ventil für diesen persönlichen Schmerz geöffnet habe und dieses Trauma in mir geheilt wurde. Es ist weg!

Ich glaube, das Lied, das dazu gespielt wurde, hieß „lagrimas de un mismo corazon“ also, „Tränen aus demselben Herzen“. Ich weiß noch, wie ich dies so interpretierte, dass es Schmerzens- und Glückstränen aus ein und demselben Herzen waren, dass sie also im Grunde ein und dasselbe seien. Ich hatte wirklich den Eindruck, der Schamane wisse ganz genau, was gerade in mir vorging.

Himmelsflöten

Einmal wurde ein Lied gespielt, dass mir vorkam, wie Himmelsflöten. Ich sah mich in einer himmlischen Umgebungen, umgeben von weißen Wolken und Engeln, so wie „man“ sich den Himmel vorstellt, nur eben unendlich viel schöner, weiter und bezaubernder als man es sich vorstellen kann.
Einmal wurden Mantren gesungen, die ich kannte. Und ich erlebte dieses Gefühl des vertrauten Erkennens, es war aber nicht so sehr ein persönliches Erinnern, sondern die Gewissheit, diese Lieder schon immer gekannt zu haben.




Zeitlosigkeit

Das Universum ist zeitlos. Ich erlebte einen Ort der unendlichen Glückseligkeit, der absolut zeitlos und unbeschreiblich ist. Bei meiner zweiten Erfahrung - in Amsterdam (dazu mehr im nächsten Bericht) - kehrte ich an diesen Ort zurück und mir wurde nur noch einmal mehr bewusst, dass es keine Zeit gibt, denn es war, als wäre ich nie weg gewesen.

Alleinsein
Relativ zu Beginn der inneren Reise gab es einen Moment, in dem ich ein Gefühl gnadenloser Einsamkeit erfuhr, ich war völlig allein und von allen anderen abgeschieden. Ich habe dieses Gefühl aber dann überwinden können und fühlte mich mit allen verbunden und wusste, dass wir in gewissem Sinne alle eins sind.


Das Übergeben

Jedes Mal, wenn ein Lied vorbei war, kam ich wieder etwas zu mir, im körperlichen Sinne, und schaute mich im Raum um. Da es dunkel war, und meine Sicht nur verschwommen, konnte ich nur schwer erkennen, was die anderen machten. Ich stellte fest, dass mehrere Leute sich „lauthals“ übergaben (dazu waren eigens Eimerchen aufgestellt worden). Da man mir gesagt hatte, dass damit zu rechnen sei und da mir fast die ganze Zeit übel war, wartete ich auch die ganze Zeit darauf, mich endlich auch übergeben zu können und machte mir schon Sorgen, weil es noch nicht geschehen war und hatte irgendwie Angst, dass es mir schaden könnte, wenn ich es nicht wieder rausließe - was aber wie ich jetzt weiß, unnötig war (Manche Menschen übergeben sich gar nicht). 

Ich übergab mich dann zwischendurch ein paar Mal ganz leicht, zunächst war es nur Spucke und das Übergeben kam mir vor wie ein energetisches Reinigen. Ich nahm mich nicht mehr als physischen Körper war. Ich war irgendwie Teil einer Welt aus Formen und Farben und begriff, dass diese Realität nicht weniger real war als die mir bekannte. Man speit alles aus, was negativ ist und uns von unserem höheren Selbst entfernt. Erst gegen Ende dann habe ich mich einmal richtig (mit Substanz) übergeben und hatte dabei den Eindruck einen Drachenschwanz aus mir hinaus zu speien.

„Realität“
Ich erkannte, dass es neben unserer bekannten Welt, die ich früher als einzige Realität begriff, noch eine andere Welt, oder sogar mehrere andere Welten gibt, die viel gröβer sind, als alles, was wir uns vorstellen können. Von „dort oben“ blickte ich auf meine mir bekannte Welt hinab und sie erschien mir erstaunlich fahl und oberflächlich, tatsächlich visuell irgendwie plattgedrückt und leer. Ich habe darin erkannt, dass alles Materielle nur hohl und nichts wäre, wäre es nicht in seinem wahren Wesenskern göttliche Energie. Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, wieder in das normale Leben zurückzukehren, nachdem ich „das alles hier“ geschaut hatte. Ich konnte nicht begreifen, wie andere vor mir Ayahuasca genommen hatten und danach zurück in das normale Leben gegangen waren, dass sie sich überhaupt noch auf dieses „Niveau“ hinabgelassen hatten, nachdem sie erfahren hatten, wie wunderbar der Himmel war.

Ich hege nicht den geringsten Zweifel an der Realität dieser Erfahrungen. Ob andere Menschen es für wahr halten oder nicht, ändert überhaupt nichts an meinem Wissen. Die erlebten Realitäten sind ebenso real wie „unsere Realität“ hier. Es kam mir sogar so vor, als sei die Realität, in der wir leben, das eigentliche Trugbild.


Zurück ins "normale Leben“

Wie bereits erwähnt, hat mein Verstand mich immer wieder zurückgehalten davor, voll und ganz „abzudriften“. Es war ein gewisser innerer Kampf und es kostete mich eine gewisse Anstrengung, diese Resistenz aufrecht zu erhalten. Ich glaube, dass von diesem beharrlichen Verstandesfesthalten meine Kopfschmerzen rührten, die etwa eine Woche danach andauerten. Im Nachhinein hätte ich mir vielleicht viel Mühe erspart, wenn ich bereit gewesen wäre, mich der Erfahrung einfach ohne Angst hinzugeben und gelassener zu sein. Vielleicht hätte ich das gekonnt, wenn ich die Info erhalten hätte, dass ich nicht sterben würde. Andererseits ist die Angst davor aus meinem physischen Körper zu treten, sehr stark und ich glaube, ich werde auch noch ein Weilchen brauchen, sie ganz zu überwinden.

Zudem hatte ich häufig den Wunsch, zu meinem normalen Leben zurückzukommen. Es kam ein Moment, als die Musik aufhörte und ich das Gefühl hatte,  das Ende der Zeremonie wäre nahe. Es kam mir vor, dass ich etwas runter kam. Dann sah ich, wie der Schamane an mir vorbei zu einem anderen Teilnehmer ging, um ihm irgendetwas zu sagen. Als er wieder an mir vorbeiging, nahm ich all meinen Mut und meine Zentriertheit zusammen und richtete mich an ihn, um ihn zu fragen, ob wir jetzt langsam wieder zurückkehrten. Und er sagte, es dauere noch ein bisschen. Und da sagte ich, „aber wir kommen doch zurück, oder?“ und da lachte er und ich hörte, wie auch andere im Raum lachten und er sagte, „ja, leider, müssen wir wieder zurück, wir müssen immer wieder zurück“. Ich war erleichtert und etwas beruhigt, und berührt von der Liebe, mit der er sprach und einfach nur völlig überwältigt von der Vorstellung, dass er es schafft, Ayahuasca einzunehmen und gleichzeitig im Hier und Jetzt präsent zu bleiben und eine Zeremonie zu leiten. Er kam mir vor wie ein Magier, wie ein Wandler zwischen den Welten.

Doch dann dauerte es noch eine oder zwei gefühlte Ewigkeiten, bis ich tatsächlich wieder in meinen Körper zurück durfte. Das Schlimmste war die Verunsicherung und die Angst, die ich trotzdem noch verspürte. 

Ich glaube, dass die Musik aufgehört hatte, wahrscheinlich war die offizielle Zeremonie beendet, und ich war wieder in einer Welt aus unendlichen Formen und Farben und unfähig mich auf meinen physischen Körper zu besinnen. Teils waren die „Formen“ wunderschön, ich sah „Formen“ und „Farben“ (das sind völlig unzureichende Begriffe, aber ich kann es nur so beschreiben), die mich und mein Leben symbolisierten und erkannte, dass irdische Symbole wie zB. Herzen oder Kirschen nur ein  Abklatsch der wunderschönen „Formen“ sind, für die sie stehen. Ich erkannte, dass es viele viele Hinweise auf Erden gibt, die auf das All, auf das Göttliche, hinweisen – ein Gefühl, ein wunderschönes Bild, ein Muster – Doch all diese Zeichen sind weniger als ein Bruchteil dessen, was deren Ganzes ist und können nur daran erinnern. 

Andere waren beängstigend und vor allem die Tatsache, dass ich nicht in der Lage war, sie zu kontrollieren oder wieder ganz ins Hier zu kommen. Ich versuchte mich im Raum umzusehen, aber ich konnte keine Bilder festhalten. Ich kam mir vor wie in einem alten Computerspiel mit verzögerten, grobpixeligen Bildern, ich sah etwas, das ich für die Matrix hielt, irgendwie grüne fließende Zeichen. Ich sah Denis neben mir an und sah sein Gesicht immer nur als starre, grinsende Maske. Ich sagte zu ihm, dass ich zurück ins normale Leben wollte, und er erwiderte immer wieder, dass ich es doch einfach könnte, aber es ging nicht. 

Ich musste immer wieder die Augen schließen und fiel wieder in die Formen/Farben-Welt. Mir war übel und ich fand keine bequeme Position, versuchte mich immer wieder aufzurichten, musste mich dann aber wieder hinlegen. Und jedes Mal, wenn ich wieder die Augen öffnete war da wieder die Unfähigkeit, in die Realität einzusteigen. Es kam mir so vor, als müsse ich wieder die richtige Frequenz finden, um wieder in die „Realität 1“ zu kommen, das Hier zu greifen, festzuhalten. Es kam mir wie eine endlose Schleife vor, immer und immer wieder dasselbe, und es gelang mir nicht, sie zu durchbrechen. Ich hatte Angst, es höre nie auf.

Irgendwie dachte ich dann an den Film Matrix und meinte, ich müsste irgendetwas Bestimmtes tun, um wieder in die normale Realität zu kommen. Ich raffte mich daher irgendwann auf und ging nach vorne zu Alonso und Carmela, kniete mich vor sie hin, sammelte mich und sagte: ich will aufwachen!, weil ich meinte es erfordere vielleicht irgendeinen Akt der Bekenntnis meinerseits, dass ich wieder zurückwollte. Die beiden lächelten mich liebevoll an und sagten nur so etwas wie „noch ein bisschen“, viel länger konnte ich mich dann auch nicht mehr halten und musste mich wieder hinlegen. Blieb aber nicht lange in der Mitte des Raumes liegen, sondern bewegte mich wieder zu meinem Platz.

Übrigens kamen mir meine Bewegungen unwahrscheinlich schnell vor. Es war so, dass ich nur an eine Bewegung denken musste und schon wurde sie ohne mein weiteres Dazutun von meinem Körper ausgeführt. Wie mir Verena später bestätigte habe ich mich tatsächlich unheimlich schnell bewegt. So ging es mir auch in einem Moment als ich nach dem Kotz-Eimerchen greifen wollte. Mein Körper kam mir zwar eigentlich unscharf und unwirklich vor, irgendwie gröβer und schwammig, sodass ich kurz Zweifel hatte, ob ich überhaupt so eine präzise Bewegung ausführen könne, wie nach einem Eimerchen zu greifen, doch ich hatte den Gedanken noch gar nicht ausgedacht, da hatte meine Hand den Eimer schon in perfekter Präzision ergriffen, ohne dass ich das bewusst gelenkt hätte. Ebenso mit dem Griff zur und dem Aufschrauben der Wasserflasche. Das Wassertrinken kam mir übrigens vor, wie in einen Jungbrunnen einzutauchen, unbeschreiblich schön.

Ich war anscheinend die letzte, die noch nicht in die „Realität 1“ zurückgefunden hatte. Das machte mir gleich noch mehr Sorgen. Ab und zu kam Carmela zu mir und erinnerte mich daran, tief zu atmen. Ich erinnere mich, wie ich atmete ohne meinen Körper zu spüren, stattdessen spürte ich wie ich in eine Landschaft hineinatmete. Ich war eine atmende Landschaft.

Zu einem gewissen Zeitpunkt, als alle langsam zurückkamen, kam es mehrmals vor, dass viele gemeinsam lachten, ohne zu wissen, worüber. Eine fing an zu lachen und ein paar andere stiegen einfach mit ein, ohne, dass wir überhaupt wussten, wer wieso gelacht hatte - anscheinend aber nur Frauen.

Ab einem gewissen Zeitpunkt kam auch Verena zu mir, ein junge Frau aus München, die ich erst an diesem Abend kennenlernte und die bereits einige Erfahrung mit Ayahuasca hatte. Sie sagte Dinge zu mir, wie „wehr dich nicht dagegen, hör nicht auf deinen Verstand“, „ das ist das Universum, das ist alles, das ist das Leben“. Das hat mir sehr geholfen und mich beruhigt. Verena saß wohl eine ganze Weile bei mir. 

Irgendwann kam mir dann in den Sinn, dass ich aufstehen und raus in den Garten gehen könnte. Selbst überrascht von mir, tat ich dies dann auch und schritt hinaus aufs Gras. 

Ich begann wieder ganz langsam meinen Körper zu spüren und betastete das Gras und die Gegenstände im Garten. Ich konnte den Kontakt noch nicht vollkommen spüren, sondern spürte die Festigkeit der Materie erst nur wie aus der Ferne. Verena kam dann auch in den Garten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie mir immer einen Schritt voraus war, weil sie offenbar schon mehr in der Normalität angelangt war als ich. Ich sagte ihr das und sie lachte und meinte, ich sei sie und sie sei ich. Mir kam das in dem Moment als absolut wahr vor, sie war mir überhaupt nicht fremd, wir waren wie sehr alte Vertraute. Ich sah Verena als Licht- und Liebeswesen, irgendwie hatte sie Herzen um ihren Kopf herum. Dann legte ich mich aufs Gras und es tat unbeschreiblich gut. Verena stellte dann fest, dass diesmal ich ihr einen Schritt voraus war und legte sich ebenfalls aufs Gras. Wir lagen dort eine ganze Weile und lachten viel. 

Irgendwann kam auch Denis dazu und andere Teilnehmer kamen auch nach draußen. Ich brauchte dann immer noch eine ganze Weile, bis ich wieder ganz da war. Mir fielen immer wieder die Augen zu und ich sah mich wieder in einer Welt wunderschöner Farben und Formen. Jetzt war es nicht mehr beängstigend und ich fühlte mich wieder zuversichtlich, dass ich auch „zurückkommen“ würde. Ich genoss es jetzt einfach nur noch und fühlte mich innerlich glücklich, frei und leicht und wusste, dass alles gut war und immer gewesen war. Dass alles Liebe ist, dass es unsere wahre Bestimmung ist, glücklich zu sein, unvorstellbar glücklich. Zu tanzen und zu lachen, alles mit Leichtigkeit und ohne Sorgen.

 Ich denke, es war gegen 2 Uhr als ich wieder ganz in meiner physischen Realität angekommen war. D.h. es hat insgesamt etwa 6-8 Stunden gedauert.
Ich schlief auf der Wiese, neben Verena, und wir tauschten uns noch stundenlang über unsere Erlebnisse aus und philosophierten über das Leben und das Universum. Ich bin sehr dankbar, dass sie da war und ich - auch noch auf Deutsch - über das unfassbare Erlebte sprechen konnte.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich diese göttliche Erfahrung machen durfte. Es ist nicht vergleichbar mit irgendetwas, was ich je in diesem Leben erlebt habe.
Vielleicht kurz zu dem Wort „göttlich/Gott“: Gott ist einfach alles, was ist, ist Liebe und Licht. Gott ist all das, was wir mit unserem menschlichen Verstand nicht begreifen können. Der Mensch neigt dazu, sich nur auf seinen Verstand zu verlassen und merkt nicht, wie sehr er sich damit einschränkt. Der Verstand kann uns daran hindern, die wahre Essenz hinter allem Sein zu erkennen.
Ayahuasca lässt uns unseren Verstand für eine Weile vergessen, was ein Segen ist! 


Gitarrenmusik

Ich habe nach meiner zweiten Erfahrung mit Ayahuasca, über die ich hier noch nicht berichtet habe, festgestellt, dass die Art der Musik während der Zeremonie einen enormen Unterschied macht. Ich glaube, dass das Gitarrenspiel und der Gesang mich sehr aus meinem Körper herausgezogen haben. Ich kann nicht genau beschreiben, woran es lag. Vielleicht, weil die Musik so hell, lebhaft, schnell und emotional war. Es kitzelte sehr viel auf einmal in mir hervor und es kam mir oft alles zu viel vor, vor allem, weil es das erste Mal war und das alles für mich komplett neu. Die vielen Bilder und Eindrücke, von denen ich viele gar nicht mehr in Erinnerung rufen kann, die vielen Farben und Muster, die sich unheimlich schnell bewegten… Ich möchte die Erfahrung zwar niemals missen, aber ich habe festgestellt, dass sanftere, tiefere Musik eine ganz andere Art von Erfahrung bewirkt, und mich nicht so sehr aus meinem Körper hinaustreibt.


Fazit

Ich war auch vor dieser ersten Erfahrung mit Ayahuasca schon auf einem spirituellen Weg. Ich habe Erfahrung mit Meditation gesammelt und gespürt, dass es eine alles umfassende universelle Energie gibt, einen Gott. In vielem wurde ich bestätigt und habe Dinge, die ich bisher nur geahnt hatte, in vollem Umfang erlebt und gespürt und weiß nun mit absoluter Gewissheit, dass sie wahr sind. Ich habe den Himmel geschaut. Ich habe gespürt, dass all mein spiritueller Weg bis dahin eine Vorbereitung auf dieses Ereignis, dieses erkenntnisreiche Erlebnis war.

Das Leben hier auf Erden kann man nur leben, wenn man den Himmel wieder vergisst. Das ist die Antwort auf die Frage, wie es sein kann, dass man, nachdem man den Himmel geschaut hat, wieder zurückkehren kann, in diese „kleine“ und vergleichsweise „triste“ Welt. Man kann nur das Gefühl behalten. Die Gewissheit, dass da noch mehr ist. Und unsere Realität vielleicht in Wahrheit das Trugbild ist. Ich habe hieraus jedoch nicht etwa den Schluss gezogen, dass das irdische Leben hier bloß Trübsal bedeutet und es nur darauf zu warten gilt, bis es zu Ende ist und man endlich in den Himmel aufsteigen kann. Im Gegenteil, ich habe verstanden, dass es darum geht, so gut wie möglich „den Himmel auf Erden zu holen“ und unser menschliches Potenzial voll auszuschöpfen, das Potenzial glücklich und zufrieden hier auf Erden zu leben. Ich weiß jetzt mit tiefer Gewissheit, dass „Gott“  - die allumfassende Liebe - da ist und wir uns mit ihr verbinden können. Ich glaube, darin besteht unsere Aufgabe als Menschen. Ich habe nach dieser Erfahrung den Entschluss gefasst, immer besser zu lernen und zu trainieren, mich mit dieser unendlichen Kraft zu verbinden – was ich auch getan habe und weiter tue, durch Meditation und anderes.

In Ayahuasca gibt es nichts Unechtes, nichts Falsches, alles fühlt sich richtig und real an. Der Verstand ist es, der uns die Realität verzerrt betrachten lässt. Aya erlaubt es uns, hinter den Schleier des Verstandes zu blicken. Das Herz liegt immer richtig. Wenn wir lernen, auf unser Herz zu hören und unseren Verstand als Werkzeug zu nutzen, anstatt uns von ihm leiten zu lassen, können wir unseren individuellen und allgemeinen Weg des Glücks und der Liebe finden.

Ich empfinde es als ein Zeugnis von Unerfahrenheit und Unwissen, wenn Ayahuasca als „Droge“ bezeichnet wird. Denn Ayahusca ist unbeschreiblich viel mehr als eine chemische Reaktion im Gehirn. Ayahuasca ist wahrlich ein Heilmittel, das auf Ebenen agiert, die wir uns gar nicht vorstellen können. Ich glaube sogar, dass Ayahuasca das Potenzial in sich trägt, die Menschheit zu heilen und auf einen besseren Weg zu bringen. Ich glaube, dass sich der nächste Schritt unserer evolutionären Entwicklung nicht auf biologischer, sondern auf spiritueller Ebene abspielen wird und bereits in vollem Gange ist. Wir Menschen erkennen langsam, dass unser Bewusstsein unvorstellbar gröβer ist als bisher angenommen.

Ich sehe viele Dinge seitdem mit anderen Augen und einem tieferen Verständnis. Den Film „Matrix“ zB oder auch die Bibel und andere religiöse Schriften. Ich habe begonnen, viele Dinge erst richtig zu verstehen. Im „Steppenwolf“ von Hermann Hesse zB gibt es einen Teil über das „Magische Theater“. Ich dachte, Hesse müsse eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, um so etwas schreiben zu können. Er ist tausend Tode gestorben, um sein wahres Ich zu erkennen.

Ich glaube, dass meine erste Ayahuasca-Erfahrung vergleichsweise intensiv war und nicht unbedingt bei jedem so intensiv verlaufen muss, es wirkt bei jedem anders und ein Vergleich ist ohnehin schwierig, da vieles, wie gesagt, nicht in Worte zu fassen ist. Ayahuasca gibt jedem das, was er gerade braucht. Der Geist der Pflanze ist unendlich weise. Kein Erfahrungsbericht wird jemals dem anderen gleichen. Und auch für mich war die zweite Ayahuasca-Erfahrung vollkommen anders. Sie war bei Weitem nicht so intensiv, aber sie hat einen anderen Zweck erfüllt, aber dazu mehr im nächsten Bericht über meine zweite Erfahrung in Amsterdam.

Ich habe gelesen, dass die erste Ayahuasca-Erfahrung für viele die Umwerfendste und Bedeutsamste ihres Lebens bleibt. Ich kann mir vorstellen, dass das bei mir vielleicht der Fall ist. Denn nur beim ersten Mal war ich so offen für alles was kommt und habe so vieles verstanden und abgelegt.

Nach-Trips und Verarbeitung

Ich hatte in den Tagen danach noch ein paar Ayahuasca-Schübe in meinen Träumen. Ich hatte einmal eine Art Vision im Traum, dass alles wunderschön werden kann, wenn es Liebe empfängt. Ich sah ein altes, schmutziges Zeitungskiosk in Lima, wie es sich durch Liebe in einen wunderschönen Park verwandelte. Es schien mir mehr als ein normaler Traum zu sein.
Abgesehen von den intensiveren Träumen hat Ayahuasca noch Monate danach in mir gewirkt und tut es noch immer. Ich habe unheimlich viel gelernt und mein Leben verändert sich mehr und mehr zum Besseren. Ich fühle mich manchmal sehr stark mit Ayahuasca, oder „La Madre“, wie manche sie respektvoll nennen, verbunden, sie leitet mich und zeigt mir, was wahr und richtig ist.
Ich erinnere mich immer wieder mal an bestimmt Momente und Erkenntnisse aus dem Erlebten und wende es auf mein Leben an und lerne dadurch unwahrscheinlich viel für meine weitere Entwicklung.



Aus dem Körper hinaus treten

Ich habe, wie oben beschrieben, erfahren, wie ich meinen Körper verließ und danach lange brauchte, um wieder zum vollen Körperbewusstsein zurückzufinden. Dies ist für viele Menschen beängstigend, weil es so fern ist von unserem gewohnten Bewusstseinszustand und unserer gewohnten Auffassung von uns selbst als menschliche Wesen. Es besteht die Angst, nicht mehr in den Körper zurückzufinden. Ich kann das nur bestätigen und kenne selbst auch diese Angst. Ich glaube jedoch, dass sie unbegründet ist und allein daher rührt, dass diese Erfahrung für uns ungewohnt ist. Es ist in erster Linie die Angst vor dem Unbekannten. 

Inspiriert von meiner Ayahuasca-Erfahrung beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit dem Thema Astralreisen, also außerkörperliche Erfahrungen (dazu sehr zu empfehlen die Lektüre von William Buhlman und Robert Monroe) und taste mich langsam an die Möglichkeit heran, auch ohne die Einnahme von Ayahuasca oder ähnlicher Substanzen, andere Dimensionen des Universums zu erleben, in kontrollierterer und sanfterer Weise. Für jene, die es bis hierher mit dem Lesen geschafft haben, wird es vielleicht nicht so befremdlich klingen, für die meisten Menschen aber wohl schon noch: Wir sind in Wahrheit Lichtwesen, die vorübergehend in einer menschlichen, biologischen Hülle wohnen und eine physische Realität bewohnen. Ebenso wie wir in diese Hülle hereingeschlüpft sein,  können wir auch wieder hinausschlüpfen. Ich bin (noch) kein Experte auf diesem Gebiet, aber nach allem, was ich gelesen habe, von Menschen, die seit vielen Jahrzehnten solche Erfahrungen machen, besteht darin keinerlei Gefahr. Ganz im Gegenteil, es ist ein natürlicher Vorgang und es ist eher schwierig, sich von seinem physischen Körper "wegzukonzentrieren", da man sofort automatisch wieder in ihn hineinschlüpft, sobald man an ihn denkt.

Danke fürs Lesen. ich freue mich über Kommentare, falls ihr ähnliches erlebt habt, oder vielleicht etwas ganz anderes. :-)

 Licht und Liebe für euch alle 












Kommentare:

  1. Danke für den guten Bericht. Eine Anmerkung hätte ich allerdings. Ich war ein bisschen erstaunt, dass man eine Wasserflasche bereitstellen soll. Bei meinen erlebten Zeremonien hiess es nach dem Trinken von Aya kein Wasser mehr zu sich zu nehmen! Das heisst der Geschmack nicht wegspühlen etc. Ich bin nicht in der Position zu sagen ob das jetz besser oder schlechter ist. Auf jeden Fall hat unser Schamane gesagt, dass Wasser die Wirkung von Aya einschränken kann.

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    1. Hallo liebe(r) Anonym, danke für deinen Kommentar. Ich kann das aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.

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  2. Danke für deinen sehr ausführlichen und erleuchtenden Erlebnisbericht. Gibt mir Hoffnung, dass es wirklich "mehr" als diese Realität im Hier gibt.

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    1. Liebe(r) Anonym :) Ja, gibt die Hoffnung niemals auf. Denn sie ist berechtigt ;)

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  3. Danke für deinen Bericht! Ich werde morgen das erste mal Ayahuasca zu mir nehmen. Ich gehe schon gegen die 30 und habe mit 15 2 Wochen am Stück und dann noch 10 Jahre ähnliche Horrorstunden (ohne Ayahuasca, ohne Drogen, einfach aus dem Nichts) erlebt... Sogenannte Psychosen, Einsamkeits-und Panikattacken... Ich erhoffte mir durch Ayahuasca, dies zu verstehen, warum ich das erlebt habe. Dein Bericht hat mir sehr viel geholfen, weil ich mich darauf einstelle, dass ich auch morgen wieder ähnliche Gefühle haben werde, mit dem Unterschied, sie besser zu verstehen!

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  4. Hallo Livia, ich bin auch sehr neugierig wie es war, ich werde Aya in den kommenden Wochen um Hilfe bitten, habe aber auch viel Angst, weil ich manchmal auch schreckliche horroristische Träume habe. LG Kat

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  5. Vielen Dank für den schönen Bericht. Schade, dass ich ihn nicht früher gefunden habe, das hätte mir viel Angst vor der ersten Erfahrung letzten Samstag genommen. Obwohl ich schon Erfahrungen mit Peyote und Pilzen hatte, hatte ich doch ordentlichen Respekt vor der Madre. Ich habe Sie vor dem Trinken darum gebeten, sanft zu mir zu sein und das war sie dann auch. Es war eine wunderschöne, tiefgehende Erfahrung. Noch am Montag hatte ich immer wieder kurze tranceartige Zustände, die mir gezeigt haben, dass die Madre noch am Arbeiten ist. Es ist so wie Du sagst, Ayahuasca ist keine Droge, das ist Herzmedizin. lg Danielle

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  6. Morgen werde ich zu einer Ayahuasca Zermonie gehen.... vielen Dank nachdem ich deinen bericht gelesen freue ich mich w
    irklich darauf....

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